Senegalhilfe-Verein e. V.

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Im Juni 2020

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

es fällt mir nicht leicht, in einer für mich sehr schwierigen Zeit diesen Rundbrief zu schreiben. Am 11. Mai ist mein Mann gestorben. Seine schweren und langwierigen Erkrankungen haben nun zu einem schnellen Ende geführt. Auch wenn es manches Mal über meine Kräfte ging, konnte er bis zuletzt in seinem geliebten Zuhause bleiben. Wir waren 63 Jahre verheiratet. Noch ist schwer zu ertragen, dass sich nun alles für mich verändert hat. Dies gilt auch für die Arbeit in Senegal. Hier hat Dieter oft im Stillen gewirkt. Bis in die letzten Tage hinein war er nicht nur an den Informationen aus unseren Projekten interessiert, sondern gab mir auch noch manchen guten Rat.

Damit bin ich auch wieder bei Senegal. Die Corona-Krise, die uns seit Wochen zusetzt, hat sich auch in Afrika breit gemacht. Noch mehr als sonst haben wir mit unseren senegalesischen Mitarbeitern einen guten und stetigen Kontakt. Ich bin so dankbar, dass über Fax, E-Mail und Telefon alles besprochen werden kann, was wichtig ist, um in den Projekten den Betrieb gut weiterzuführen. So nähen die Schneiderwerkstätten auf unseren Vorschlag hin ohne Ende Masken für die Bevölkerung und haben somit eine kleine Einnahmequelle. Die wirtschaftliche Lage ist für die vielen armen Leute und Kleinhändler einfach katastrophal. Keiner kann etwas kaufen oder verkaufen. Auch die staatlichen Nahrungsmittelhilfen kommen sehr langsam an, sind viel zu gering und können die Not nur wenig lindern. Auch sonst kommt das Leben zum Erliegen. Die Universität, die Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Es dürfen sich keine Gruppen von Menschen bilden. In den Nächten herrscht eine Ausgangssperre von 20 Uhr bis 6 Uhr. In den Städten wie Mbour oder Thiès leben unglaublich viele Menschen in ihren Hütten und Häusern auf engstem Raum zusammen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie in solchen Situationen Abstandsregelungen funktionieren sollen.

In unseren Behindertenzentren haben wir dem Personal, das aus den Einnahmen der Einrichtung bezahlt wird, mit Reis und einer Geldspende geholfen. Dem Zentrum in Mbour, das ungewollt eine Anlaufstelle für die Ärmsten der Stadt geworden ist, schickten wir einen größeren Betrag für Reis, Öl und Medikamente, dazu ausreichend Desinfektionsmittel und Seife, wohl wissend, dass auch dies am Ende nur ein Tropfen auf einen heißen Stein sein kann.  Im Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum haben wir wegen der Preiserhöhungen im Bereich der Futtermittel zusätzliche Kosten für die 1000 Legehühner übernommen. Auch der kleinen Marmeladefabrik, die keine Kunden hat, da die Hotels geschlossen sind, haben wir mit Reis und einem Geldbetrag geholfen. In dieser besonderen Situation können wir nur zusätzliche Hilfe leisten, wenn wir, wie so, oft mit Ihrer Unterstützung rechnen können. Denn unsere „normale“ Arbeit geht ja auch weiter.

Deshalb wollen wir den dreiklassigen Kindergarten in dem Städtchen Sandiara bauen und hoffentlich auch den Neubau der zwei Klassenräume in der Schule im Lepradorf Peycouck beginnen. Ebenso möchten wir den Absolventen des Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums in Sandiara am Ende ihrer Ausbildung die üblichen Existenzhilfen für ihre kleinen Gehöfte im Busch übergeben.

Auch für die Zukunft brauchen wir Spenden und Menschen, die bereit sind, ihre Kräfte in den Projekten einzusetzen. In der ersten Hälfte des vergangenen Monats März verbrachten noch Doris und Wolfgang Horbach mit Christine und Roland Lissmann einen Arbeitsaufenthalt in Senegal, der im Ganzen gut verlief. Sie besuchten alle Einrichtungen, stellten den Bau einer Werkstatt fertig, erteilten Unterricht in der Hauswirtschaftsklasse in Mbour und sorgten für die Fortbildung der beiden Lehrerinnen. Sie hatten großes Glück, dass sie mit dem letzten Flug nach Frankfurt Dakar verlassen konnten. Nun müssen wir alle abwarten, bis wir wieder ohne Covid-19 nach Senegal fliegen können.

Sicher haben wir alle sehr bedauert, dass unsere bereits fest geplante Veranstaltung zum 35jährigen Bestehen des Senegalhilfe-Vereins und damit auch der Festvortrag von Frau Dr. Käßmann und das Treffen mit all unseren Freunden aus nah und fern nicht stattfinden konnte.

Ich schließe mit der Bitte, dass Sie mit uns für die weiteren Entwicklungen offenbleiben.

Ich wünsche Ihnen viel Gutes, trotz allem einen schönen Sommer und bin mit dankbaren Grüßen

Ihre

Doris Racké

Senegalhilfe-Stiftung Konto Nr. 222 77          BLZ 54050220 Kreissparkasse Kaiserslautern    IBAN: DE25 5405 0220 0000 0222 77

Senegalhilfe-Verein e. V.  Konto Nr. 922 229     BLZ 54050220 Kreissparkasse Kaiserslautern    IBAN:  DE15 5405 0220 0000 9222 29