Senegalhilfe-Verein e. V.

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Im Februar 2021

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

seit Januar 2019 konnte ich Senegal nicht mehr besuchen und so wird mein Brief ein etwas anderer sein, wie gewohnt. Diese vergangenen zwei Jahre waren durch die fragile Gesundheit meines Mannes nicht leicht gewesen, und doch auch schön mit Liebe und Geduld. So gewöhne ich mich nun an ein Leben ohne meinen Mann, das so ganz anders geworden ist – nach 63 Jahren Gemeinsamkeit.

Mit unseren Mitarbeitern aus den Projekten in Senegal habe ich engen Kontakt. Dabei hilft mir mein Smartphone, das ich mir angeschafft habe. Nun kann ich kostenfrei telefonieren. Ich sehe meine Gesprächspartner und sie sehen mich. Ich bin so dankbar, dass unsere Einrichtungen gut funktionieren. Sie bestehen schon lange und ich weiß, dass die Verantwortlichen auch ohne unsere Besuche der Arbeit gewachsen sind. Sicher gibt es trotz allem bei unserem nächsten Besuch vieles zu besprechen, zu regeln, zu helfen und das Wasserprojekt in der Schule Louly Gang zu einem guten Ende zu bringen. Der Bau des dreiklassigen Kindergartens in dem Städtchen Sandiara macht nach anfänglichen Schwierigkeiten nun gute Fortschritte. Die Verantwortlichen des Ortes stellten das Grundstück für die Einrichtung zur Verfügung. Als der Bautrupp die Baustelle eingerichtet und mit der Herstellung der Steine begonnen hatte, wurde meinem Stellvertreter vor Ort ein anderes Grundstück zugewiesen. Das Wasserbecken war umsonst gebaut, die fertigen Steine und das viele Baumaterial musste zu dem neuen Terrain transportiert werden. Das passierte dann noch einmal. Gefreut haben sich nur die kleinen „Transportunternehmer“ aus Sandiara, die mit ihren Pferde- und Eselskarren zweimal den gesamten Transport übernehmen durften. Sie konnten Geld verdienen und so hatte dieses massive Ärgernis auch eine gute Seite. Da die Termine für die Fertigstellung und Einweihung des Projektes auch durch die Coronapandemie völlig durcheinandergerieten, kam es nun auf eine weitere Verzögerung nicht mehr an. Umso mehr freuen wir uns, dass es nun voran geht. Auch die zwei kleinen Schulgebäude im Lepradorf Peycouck gehen ihrer Vollendung entgegen. So verdienen auch unsere Schreiner und Schlosser für die Herstellung der Schulmöbel. Es ist uns ein großes Anliegen den Handwerkern und Handlangern Arbeit geben zu können. Die Möglichkeiten sind natürlich immer begrenzt. Der sehr große Kindergarten in Ndianda, der durch einen Wirbelsturm sehr stark beschädigt wurde, ist repariert und die 100 Kinder haben wieder ihren Unterricht. Sambou, der Leiter der Einrichtung, führt mit den älteren Kindern eine Unterrichtseinheit durch, die sie zu mehr Umweltbewusstsein und Bewahrung der Schöpfung sensibilisieren soll. Dieses kleine Projekt, das sich auf den Alltag der Familien auswirken wird, ist ein Versuch, der von der Organisation „Aventurin Waste“ unterstützt wird.

Wir möchten in diesem Jahr wieder eine Schule in Mbour bauen. Es ist schön zu sehen, wie dank unserer Arbeit immer mehr Kinder in Mbour in gute Schulen gehen können. Wir werden wiederum finanziell unterstützt von einer Organisation, der wir sehr zu danken haben. Sicher gibt es noch eine Menge kleiner und großer Dinge, die in diesem Jahr auf uns zu kommen und wir hoffentlich helfen können. Die Schüler des Jahrgangs 2019/2020 des Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums haben ihre Ausbildung beendet und sind in ihre Dörfer zurückgekehrt. Es werden ihnen nun ihre Existenzhilfen, d.h., alles was sie für eine Rindermast oder eine kleine Hühnerfarm benötigen, übergeben. Davor aber schaffen sie mit unserem Techniker die notwendigen Voraussetzungen.

Anfang Februar sind die Zahlen der Coronainfektionen in Senegal stark gestiegen und damit auch die Todesfälle. Man vermutet, dass der Winter mit kühlen 15 – 18 Grad dafür sorgt, dass die Krankheit wieder steigt.  Es besteht eine Ausgangssperre und Maskenpflicht, was aber nur mangelhaft kontrolliert wird.  Die Abstandsregeln sind nicht zu realisieren, da die Menschen sehr dicht beieinander leben. Vielleicht kommt eine Verordnung wie bei dem ersten Lockdown, dass man die Siedlungen und Städte nicht verlassen darf. Das bedeutet, dass die schrecklich vollen „Bus de commune“ keine Ansteckungsorte mehr sein können. Senegal hat ungefähr 16 Millionen Einwohner. Seit März 2020 sind 26 523 Menschen positiv mit Covid 19 gemeldet, wovon 21 970 als geheilt gelten. 628 Todesfälle sind belegt und 3 925 Kranke sind in Pflege.

Zum Schluss noch eine schöne Mitteilung. Das Land Rheinland-Pfalz hat im Jahr 2020 wieder den Brückenpreis verliehen. Der Senegalhilfe-Verein e.V. hat den ersten Preis der Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement in grenzüberschreitender Zusammenarbeit“ erhalten. Der Preis ist mit 1000 € dotiert und wurde am 6. Dezember von der Ministerpräsidentin Frau Malu Dreyer per Video überreicht.

Nun möchte ich Ihnen herzlich danken für alle Hilfe, die wir von Ihnen erfahren haben, ohne die unsere Arbeit nicht möglich wäre. Bitte bleiben Sie an unserer Seite.

Mit freundlichen Grüßen und vielen guten Wünschen

Ihre

Doris Racké

Senegalhilfe-Stiftung       Konto Nr. 222 77          BLZ 54050220 Kreissparkasse Kaiserslautern    IBAN: DE25 5405 0220 0000 0222 77

Senegalhilfe-Verein e. V.  Konto Nr. 922 229        BLZ 54050220 Kreissparkasse Kaiserslautern    IBAN:  DE15 5405 0220 0000 9222 29