Senegalhilfe-Verein e. V.

               67705 Trippstadt   Hauptstraße 93

             Telefon 06306 9929798 Fax 06306 2632

                                                                          www.senegalhilfe-verein.de


                                                                                                                                                                                                       Im Juli 2022

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

gerne denke ich an unser zurückliegendes, gelungenes Fest vom 28. Mai zurück. Es war schön und ereignisreich gewesen. Im Rahmen eines inhaltsreichen Festaktes wurden vor vielen Gästen drei Orden durch den Botschafter i.R. General Keita verliehen. Bernd Rücker erhielt den l’Ordre National du Lion au grade de Commandeur im Namen der Republik Senegal. Den gleichen Orden erhielt posthum unser verstorbenes Vorstandsmitglied Ursula Jung. Den gleichen Orden au grade de Chevalier erhielt der stellv. Vorsitzende des SHV Fritz Herrgen. Über den Verlauf des Festes, die Grußworte, die Musik, die Moderation und nicht zuletzt über den Festvortrag wurde in der Presse schon ausführlich berichtet. Ein feines Mittagessen, das von vielen Freiwilligen organisiert wurde, schloss sich dem offiziellen Teil an. In einer herzlichen und familiären Atmosphäre wurde das Wiedersehen mit vielen Freunden aus nah und fern gefeiert.

Am 31. Mai flog unser letzter senegalesischer Gast zurück und am 3. Juli flogen Cordula Eckenfels, Anna Scheib und Philipp Stephan mit mir nach Dakar. Es waren vorher zur Vorbereitung des Festes schon sehr anstrengende Tage gewesen und in Senegal gab es ebenfalls kaum Zeit zur Erholung. Viel Arbeit, nach den Jahren in denen wir nicht vor Ort waren, wartete auf uns. Es mussten sowohl viele Gespräche mit den Verantwortlichen der Einrichtungen geführt werden, als auch diverse Gebäude auf ihren baulichen Zustand überprüft werden. Nach drei Jahren, in denen ich nicht in Senegal war, stellten wir manches fest, was getan werden muss. Erschwerend kam hinzu, dass die Regenzeit sehr viel früher einsetzte als in den vergangenen Jahren. Viele Dächer waren undicht, Metalllamellenfenster fingen an zu rosten und noch vieles mehr fiel uns auf. Unsere großen sozialen Einrichtungen, die für arme Leute, auch in der Stadt eine Hilfe sind, erhalten vom Staat oder der Kommune keinerlei Zuschüsse. So ist es für die vier Zentren und auch die Schulen schwierig ihre Projekte gut zu leiten und für die Bauerhaltung zu sorgen. Sie haben nur sehr geringe Einnahmen.  Wir haben alle Projekte besucht und vieles Notwendige direkt vor Ort veranlasst und haben dafür auch Kosten übernommen. Das Material bezahlt der SHV und die Ausführungen in den Einrichtungen werden oftmals durch hilfsbereite Handwerker ausgeführt. Wir sind der Meinung, dass immer durch eine finanzielle Eigenbeteiligung der Beteiligten vor Ort, eine erhöhte Wertschätzung und Identifikation einhergeht.

Die Regenzeit setzte uns allen zu. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit wurde es zunehmend heißer und belastender. Und trotzdem haben wir alles geschafft, was wir uns vorgenommen hatten.

Wir erhielten kurzfristig eine Einladung durch den Präfekten von Tivaouane, was mich sehr freute. Er versprach mir, in Zukunft ein Putzmittel, Eau de Javel, welches die behinderten Frauen im Zentrum herstellen, für die Reinigung aller städtischen Gebäude zu kaufen. Es war ein gutes Gespräch und wir spürten die Dankbarkeit und die Hochachtung vor der Arbeit unseres Vereins.

Auch in Mbour fand ein informatives Gespräch mit dem neuen Bürgermeister Mr. Cheikh Isaak Sall statt. Ich bat ihn um die finanzielle Unterstützung für unser großes Behindertenzentrum. Als Einrichtung der Stadt vertreten wir die Meinung, dass die Kommune sowohl die Elektro- und Wasserrechnungen, als auch die Übernahme des Gehaltes des Direktors übernehmen sollte. Ob unsere Forderungen umgesetzt werden bleibt fraglich. Auch bei diesen Gesprächen wurde mir wieder deutlich, was ich bei meinen 85 Arbeitsaufenthalten gelernt habe: Viel Geduld, Humor und die Arbeit mit Freude angehen.

Cordula Eckenfels hat sich vor allem um die finanziellen Dinge gekümmert. Sie hat sich in kleineren Projekten engagiert und zusammen mit den zuständigen Behinderten um deren Maschinen für das Bedrucken von T-Shirts, Taschen, Fahnen gekümmert und einen Weg gesucht, die Vermarktung der entstandenen Produkte zu erreichen. Anna Scheib und Philipp Stephan haben sich nützlich gemacht und überall angepackt, wo es nötig war. Wir haben als Gruppe gut zusammengearbeitet und uns sinnvoll ergänzt.

Durch die Pandemie ging es in unserer kleinen Produktionsstätte für Marmelade und Sirup nicht so wie gewohnt weiter. Leider waren zwei Jahre lang alle Hotels geschlossen. Die Lebensmittelpreise sind gestiegen, die Arbeitslosigkeit ist hoch und die medizinische Versorgung ist noch immer recht mangelhaft. So übernahmen wir für lebenswichtige Operationen die Kosten, wie wir es bei vergangenen Besuchen ebenfalls getan hatten.

Dann denke ich an Albert Schweitzer: „… Leben. inmitten von Leben, das Leben will.“

Freundliche Grüße und gute Wünsche und herzlichen Dank für alle Hilfe

Ihre

Doris Racké



Senegalhilfe-Stiftung       Konto Nr. 222 77          BLZ 54050220 Kreissparkasse Kaiserslautern    IBAN: DE25 5405 0220 0000 0222 77

Senegalhilfe-Verein e. V.  Konto Nr. 922 229        BLZ 54050220 Kreissparkasse Kaiserslautern    IBAN:  DE15 5405 0220 0000 9222 29 

 

zur Startseite