Senegalhilfe-Verein e. V.

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    Februar 2020

 

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

 

unsere Reisegruppe ist von dem Arbeitsaufenthalt im Januar wohlbehalten nach Hause gekommen. Zufrieden und müde, aber froh und stolz, dass sie allen Anforderungen gewachsen waren. Kurz vor der Abreise am 05.01.2020 ging es meinem Mann (93) gesundheitlich nicht gut, so dass ich schweren Herzens meine Reise nach Senegal abgesagt habe. Zum ersten Mal seit 35 Jahren war ich ein ganzes Jahr nicht in Senegal. Es fiel mir nicht leicht, aber es war die richtige Entscheidung. Die Leitung und Verantwortung für diesen Aufenthalt, die Gruppe und die Arbeit vor Ort, übernahm Cordula Eckenfels gemeinsam mit Rudi Kochenburger.  Ebenfalls dabei waren, wie schon so oft, Dr. Johanna Becker, Pauline Kaeller, Gerlinde Mullen und als Neuling Fritz Schneider, ein Architekt, der gut in die Gruppe passte, in den Projekten sehr praktisch zupackte und den Handwerkern manches zeigte und beibrachte. Vor allem hatte er gute Ideen und Pläne, die interessiert aufgenommen wurden.

Für unsere Gruppe war es eine Ehre und ein besonderes Erlebnis, von Ousmane Faye, einem unserer Schneider aus dem Behindertenzentrum in Mbour, eingeladen zu werden. Unglaublich viele Menschen, Lärm, Trommeln und Tanzen! Das Essen wurde auf Platten für je sechs Personen serviert. Es war ein köstliches Reisgericht mit Hühnchen – aber es gab keine Löffel. Nun ist es nicht einfach mit den Fingern zu essen.  Es bedarf einer gewissen Technik über die wir nicht verfügen. Aber ein aufmerksamer Gast ging Löffel suchen. Irgendwo fand er welche und nun konnten auch die deutschen Freunde mit Freude und ohne Schwierigkeiten essen. Die Schulen wurden alle besucht, es wurde gesungen und mit einem neuen Fußball gespielt. Der Fußball war danach das kostbare Gastgeschenk. Die Kindergärten befanden sich in einem guten Zustand. Nur ein Teil der Spielgeräte im Hof müssen repariert werden, was bei der täglichen Benutzung ein üblicher Verschleiß ist. Eine 80 m lange und schon sehr alte Umfassungsmauer im Kindergarten des Flüchtlingsdorfes Louly-Ndia ist eingestürzt. Der Kostenvoranschlag liegt auf meinem Schreibtisch. Das sind Ausgaben, die mit den geringen Kindergartenbeiträgen nicht zu bezahlen sind. Da wir mit dem Neubau eines dreiklassigen Kindergartens beginnen, haben wir wieder Arbeit für Maurer, Zimmerleute. Gipser, Maler, Installateure und für die Schreiner zur Herstellung der Schulmöbel. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Handwerker auf Arbeit warten. Immer wieder kommt die Frage: wann baut ihr wieder eine Schule, einen Saal oder einen Brunnen?

Im Lepradorf Peycouck, wo Cordula Eckenfels und unser senegalesischer Mitarbeiter Mbaye Ly mit dem Schulleiter gesprochen haben, wollen wir einen neuen Klassenraum bauen. Vor 35 Jahren war dieser Schulsaal unser erstes Projekt und unser ganzer Stolz.  Nach den vielen Jahren der Nutzung kann nicht mehr repariert bzw. renoviert werden. Wir werden neu bauen.

Am 5. März werden Doris und Wolfgang Horbach mit Freunden nach Senegal fliegen und dort weiterarbeiten, wo diese Gruppe aufgehört hat. Der Schwerpunkt der Arbeit von Doris Horbach wird die Weiterbildung der zwei Lehrerinnen sein, die die Mädchenklasse im Behindertenzentrum in Mbour betreuen. Auch wird sie dort unterrichten. Alle Mitreisenden finden immer wieder eine sinnvolle Arbeit und bringen ihre jeweiligen Kompetenzen ein, die in den Einrichtungen gebraucht werden. 

Nun gehen wir auf unser großes Fest am 25. April in Kaiserslautern zu. Es ist mir eine große Freude, dass wir Frau Dr. Margot Käßmann für den Festvortrag gewinnen konnten, mit dem sie Albert Schweitzer in Erinnerung bringt. Das bedeutet mir sehr viel, da ich schon als junges Mädchen Albert Schweitzer verehrte und er damals wie heute noch ein Vorbild für mich ist. Ich erinnere mich, dass ich in einem Urlaub auf der Insel Usedom meinem Mann und Karlheinz Beck aus dem Buch: “Zwischen Wasser und Urwald” vorgelesen habe. Vieles konnte ich durch meine Senegalerfahrung nachvollziehen, das Positive und auch das Negative. Sein Mut, sein Durchhaltevermögen in einem Leben ohne Komfort, in einem harten Klima und mit bürokratischen Hürden, aber auch sein tiefer Glaube haben mich immer wieder bewegt und zum Nachdenken angeregt.

Sicher freuen sich viele unserem Verein Nahestehende und Mitstreiter auf diesen Vormittag und darüber hinaus hoffe ich, zahlreiche Freunde und Freundinnen begrüßen zu dürfen.

 

Zum Schluss möchte ich Ihnen danken für Ihre Begleitung und Hilfe bei unserer Arbeit in Senegal.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

 

Doris Racké

Senegalhilfe-Stiftung Konto Nr. 222 77          BLZ 54050220 Kreissparkasse Kaiserslautern    IBAN: DE25 5405 0220 0000 0222 77

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