|
Rheinpfalz: 22.03.1999
"Entwicklungshilfe mit Leib und Seele"
Veranstaltung des Senegalhilfe-Vereins in der Kleinen
Kirche mit Musik und viel Information
h Ausführungen über die ethische Herausforderung der Entwicklungshilfe sowie
ihr Beitrag zum Frieden zwischen Nord und Süd prägten die Veranstaltung des
Senegalhilfe-Vereins Trippstadt am Samstag in der vollbesetzten kleinen Kirche.
Einfühlsame Orgelmusik, Gesang, Gedichte und eindringliche Reden setzten Akzente. Auch
eine Fotoausstellung über Senegal wurde eröffnet.
Nach einer Orgelimprovisation von Kantor Helmut Freitag stellte Doris Racke,
Vorsitzende des Senegalhilfe-Vereins, die Zielvorstellungen des Vereins heraus. Mit der
fünften öffentlichen Veranstaltung solle dazu beigetragen werden, ein Bild über das
Leben der Menschen, ihre Kultur, Tradition und Denkweise, aber auch über die politischen
und sozialen Verhältnisse entstehen zu lassen.
Ihr besonderer Gruß galt Kirchenpräsident Eberhard Cherdron und dem
Präsidenten der Toradia-Kirche in Sulawesi in Indonesien, Isaak Lambe.
Beigeordneter Arne Oekkinghaus dankte Doris Racke und ihrem Team für den
selbstlosen Einsatz. Er bat den Botschafter der Republik Senegal in Deutschland, General
Mohamadou Keita, sich ins Goldene Buch der Stadt Kaiserslautern einzutragen.
Botschafter Keita sagte in seiner Ansprache, die Förderung des Friedens
zwischen den Ländern des Nordens und des Südens werde in den Projekten des
Senegalhilfe-Vereins beispielhaft verwirklicht. Die Menschen kämen einander im Zeitalter
der Globalisierung nur dann näher, wenn sie sich der Politik des Gebens und Nehmens
verpflichtet fühlten. jener Politik, die dem ersten Präsidenten von Senegal, Léopold
Sédar Senghor, so am Herzen gelegen habe. Frieden, Entwicklung und Dialog gehörten zu
den größten Herausforderungen des nächsten Jahrhunderts.
Dekan i. R. Karl Heinrich Beck war es aufgegeben, eine Brücke zu schlagen zu
Senghor, der als Dichter und Philosoph afrikanisches Bewusstsein geprägt hat und auch
tief in die geistige europäische Kultur eingedrungen ist. Becks Anmerkungen zum Leben und
Denken Senghors mündeten in durch Musik interpretierte Gedichtvorträge, die der Freude
am Leben Ausdruck verliehen, Formen der Angst darstellten, die Kindheit des Dichters
plastisch machten und die Werke Gottes verdeutlichten, Sigrid Dege, Andrea Diehl und
Michaela Grochulski verliehen den Gedichten Ausdruck und wirkten auch als Gesangs- und
Akkordeon Interpreten.
Im Vortrag von Landesbischof i. R. Klaus Engelhardt nahm ebenfalls der
Schriftsteller Senghor großen Raum ein. Engelhardts Rede basierte auf dem Thema
Entwicklungshilfe: Herausforderung zum Frieden in der Einen Welt'. Eine Welt sei keine
Einheitskultur, sagte er. Sie fordere darin zum Frieden heraus, wenn man die Fremdheit
gelten lasse, die einem bei Menschen anderer Rassen und Kulturen begegne.
"Entwicklungshilfe mit Leib und Seele sehen Sie am Wirken des
Senegalhilfe-Vereins", betonte er. Mit jedem Hilfsprojekt leuchteten Friedensspuren
mitten in einer vielen friedlos erlebten Welt auf. Die Fotoausstellung über Senegal wurde
von der zweiten Vorsitzen Ursula Jung eröffnet. Gezeigt wer Fotografien von Annelene
Sonntag Sie hat Behindertenzentren, Schulen Kindergärten, Krankenstationen und Menschen
fotografiert. (mü)
- Die Fotoausstellung über Senegal der Alten Eintracht ist montags 8 - 13
Uhr, dienstags und freitags von 8 - 20 Uhr mittwochs und donnerstags von 8-17 Uhr
geöffnet. |