Behindertenzentrum Mbour

Rollstuhlfahrer

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Im Jahr 1988 hat der Senegalhilfe-Verein das erste Behindertenzentrum für Körperbehinderte gebaut. Ein Jahr später folgte der Bau des Behindertenzentrums in Thies. Damit wurde das Ziel verfolgt, junge behinderte Menschen von der Straße zu holen, ihnen eine handwerkliche Ausbildung zu vermitteln und dadurch Chancen für eine bessere Zukunft zu eröffnen. In den angeschlossenen Werkstätten werden sie als Schneider, Schuhmacher, Buchbinder und Mechaniker ausgebildet.

1997 wurde in Mbour ein Erweiterungsbau eingeweiht. Hier wurden die Rollstuhlwerkstatt und die Schlosserei aufgenommen. Daneben arbeitet eine leistungsfähige Schreinerei. Neuland betrat das Zentrum mit der Einrichtung einer orthopädischen Werkstätte, die unter der Leitung eines Orthopädietechnikers orthopädische Hilfsmittel, vor allem Gehschienen und Krücken, herstellt und repariert. Zur medizinischen Beratung und Betreuung der Behinderten finden regelmäßige Sprechstunden durch einen Facharzt aus Dakar statt. Eine Krankenschwester führt die krankengymnastische Behandlung durch.

 

Einweihung des Salle de Spectacle im Januar 2013

 

Hilfe zur Selbsthilfe -Existenzgründungen

 

Hinter der handwerklichen Ausbildung in den Behindertenzentren steht als letztes Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln. In einigen Fällen ist es gelungen, jungen behinderten Handwerkern nach Abschluss ihrer Lehre eine Existenzgründung zu ermöglichen. Was dazu nötig ist, stellt der Senegalhilfe-Verein zur Verfügung. So wurden für zwei Schneider Werkstätten geteilt und mit Nähmaschinen, Tischen, Stühlen und Bänken ausgestattet. Stoff, Scheren, Nähgarn und Nadeln gehören für den Anfang auch dazu. Wenn dann nach kurzer Zeit Lehrlinge eingestellt werden, ist das Ziel doppelt erreicht. Auf ähnliche Weise wurde einer Friseurin und einem Schuhmacher geholfen. Auch andere Möglichkeiten der Existenzgründungen werden genutzt: Bau und Einrichtung kleiner Verkaufskioske oder Beschaffung von Pferd und Wagen.

Pädagogische Aufgaben in Mbour und Thies

Im Bereich der beiden Behindertenzentren werden auch pädagogische Aufgaben wahrgenommen. Dazu gehören die Hauswirtschaftsklassen und die Kindergärten.

In den Hauswirtschaftsklassen erwerben junge Mädchen Kenntnisse und Fähigkeiten häuslicher Arbeit, einschließlich Gesundheits- und Ernährungslehre. Im Unterricht werden auch Fragen der Sexualethik und der Familienplanung behandelt.

Kindergärten sind auch in Senegal wichtige Einrichtungen der vorschulischen Erziehung und der Sozialisation der Kinder. Leider gibt es viel zu wenige Kindergärten. Ein Grund mehr, dass sich der Senegalhilfe-Verein auf diesem Gebiet engagiert. Die Kinder sind wie überall in der Welt- sie wollen spielen, singen und fröhlich sein. Andererseits haben die Kindergärten einen Lehrplan, der Gaben und Fähigkeiten der Kinder entwickelt. Dazu braucht man auch in Senegal gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher. Der Senegalhilfe-Verein hat für den Kindergarten in Mbour die Ausbildung vermittelt und die Kosten dafür übernommen.

Die Arbeit des Senegalhilfe-Vereins wäre weder sinnvoll noch möglich, wenn die Projekte nicht von einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen und geleitet würden.

Gerade in der Leitung der Behindertenzentren sind hervorragende Persönlichkeiten tätig, die gut qualifiziert und kompetent, selbstbewusst und kooperativ ihre Aufgaben erfüllen. Diese Erfahrungen haben dazu beigetragen, dass der Senegalhilfe-Verein ein drittes Behindertenzentrum in der Stadt Tivaouane gebaut hat und demnächst eröffnen wird.

 

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Marmeladefabrik in Mbour

 

Nach einer ausgiebigen Regenzeit gibt es im darauf folgenden Jahr eine reiche Ernte wunderbarer Obstsorten. Besonders schmackhaft ist das saftige Fruchtfleisch der Mangos, die wir wegen ihres Aromas besonders gern essen. Eines Tages kamen wir auf die Idee, daraus Marmelade zu kochen. Im Hof unserer Unterkunft  schälten und schnitten wir die Mangos in Stückchen und kochten auf  Holzkohleöfchen Marmelade. Das Experiment gelang sehr gut. Daraus entstand Schritt für Schritt eine kleine Marmeladefabrik, die nun durch eine Gruppe von 6 Frauen betrieben wird. Die Fabrik liegt mitten in der Stadt Mbour. Sie besteht aus 2 Produktionsräumen, 2 Lagerräumen und einem Büro. Ein Verkaufskiosk für den Straßenverkauf ist angegliedert. Der Anfang war sehr schwer, weil Abnehmer gefunden und Kunden geworben werden mussten. Zu den Hauptabnehmern gehören in erster Linie die Ferienhotels mit überwiegend europäischen Gästen. Aber auch Supermärkte, Hausfrauen und Touristen zählen zu den Kunden. Es hat einige Jahre gedauert, bis die Herstellung der Marmeladen und inzwischen auch der Sirups hygienisch, betriebstechnisch und wirtschaftlich den heutigen Stand erreicht hat. Vor allem werden Mango, Papaya, Gouaven, Orangen, Mandarinen, Melonen, Zitronen, Bissap und Ingwer verarbeitet. Die Marmelade wird in Gläser, Kunststoffbecher, kleine Portionspackungen oder in 5 Kilo – Eimer abgefüllt.

Am Anfang wurde stärker für die Vorratshaltung produziert. Heute konzentriert sich die Produktion auf die jeweilige Bestellung. Dadurch ist die Fabrik in der Lage, jeweils frisch hergestellte Produkte zu liefern. Insgesamt ist die Marmeladefabrik ein gutes Beispiel für die Förderung von Frauen in der Entwicklungshilfe.

 

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