Trippstadt, im März 2018

Liebe Freundinnen, liebe Freunde, es hat uns so große Freude gemacht, während unseres Arbeitsaufenthaltes im Januar 2018 die drei fertiggestellten kleinen Häuser, zum Teil mit Werkstatt, zu besuchen. Sie wurden von Privatpersonen finanziert und haben drei Familien eine Zukunftsperspektive gegeben. Die Dankbarkeit der Betroffenen ist riesengroß. Dieses Mal bestand unsere Gruppe aus 6 Personen, die alle engagiert ihre Fähigkeiten einbrachten. Ich denke vor allem an Doris Horbach, die 14 Tage in der Mädchenklasse im Behindertenzentrum in Mbour von 9-13 Uhr Unterricht erteilt hat. Das war nicht nur Unterricht für 33 Mädchen, sondern auch Weiterbil-dung für die zwei Lehrerinnen. Neben Handarbeiten in allen Techniken, Herstellung von Schmuck, Puppen und Bällen wurden Themen wie Ordnung, Hygiene und Organisation erarbeitet. Zum Abschluss wurde Kuchen gebacken, gesungen und getanzt. Jeden Morgen machte sich auch Dr. Johanna Becker auf den Weg in die ambulante Kranken-station im Zentrum und hielt dort von 9-13 Uhr Sprechstunde für arme Leute, die Behandlungen und Medikamente, sowie Laboruntersuchungen und Röntgenaufnahmen nicht bezahlen können. Ihre Assistentin ist die Krankenschwester Koumba, die auf diese Weise viel dazu lernt. Auch Dr. Hermann Hormes hat sich auf diesem Gebiet verdient gemacht. Der neue Kindergarten in Thiorokh ist sehr gut gebaut und eingerichtet. Er wurde durch drei junge Männer, die per Internet dafür gesammelt haben, finanziert. Außer 3 Trommeln, Bällen, Papier und Farbstiften, war kein Lehr- und Lernmaterial vorhanden. Wir brachten Spielsachen, wie z.B. Bauklötze, Puppen, Memory, Bilderlotto und Domino mit, spielten und übten mit den Erziehern und den Kindern. Wir sprachen über Hygiene, wuschen den Kindern die Gesichter und jedes Kind bekam ein Taschentuch, das die Mütter nun täglich sauber ihren Kindern mitgeben sollen. Das klappt nicht beim ersten Mal, aber mit Geduld und Konsequenz wird der Dauerschnupfen ausgerottet werden. Im Kindergarten in Gania Bouggou hat eine französische Gruppe einen 10 Meter tiefen Brunnen auf dem Grundstück gegraben, was natürlich die Arbeit der 3 Erzieher erleichtert. Vergessen hatte man allerdings einen stabilen Abschlussdeckel, der aus Sicherheitsgründen nicht fehlen durfte. Dafür sorgten wir ebenso, wie für die Beseitigung des angefallenen Schuttes. Außerdem wurde die Terrassentür neu gestrichen, genau in der Farbe, die Sieg-fried Beyer bei der Generalüberholung der Spielgeräte im Garten verwendete. Im Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum in Sandiara konnten wir an der Übergabe der Rinder für die Absolventen des letzten Jahrganges teilnehmen. Jeweils zwei Rinder wurden verlost, die dann zu Fuß ihren stolzen und glücklichen Besitzern in die heimatlichen Gehöfte folgten. Das ist einer unserer Beiträge gegen die Flucht nach Europa. In den Behindertenzentren in Thiès und Tivaouane geht alles seinen gewohnten Gang. Die Erweiterung des Kindergartens in Tivaouane hat sich gelohnt. Er wird von sehr vielen Kindern besucht. In Thiès ist der Saal für die Haushaltungsklasse vergrößert worden. Nun ist genug Platz für die Mädchen und die Nähmaschinen vorhanden. Im Monat April wird mit dem Bau der 6. Klasse der Schule im Flüchtlingsdorf Louly-Ndia begonnen. Damit wird die Schule dann komplett sein. Die allgemeine Schulpflicht beträgt in Senegal 6 Jahre. Am 9. Januar hatte ich zusammen mit General Keita in der Deutschen Botschaft in Dakar mit dem Botschafter Herrn Röken ein ausführliches Gespräch. Unter anderem sprachen wir über die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gewünschte Neuausrichtung unter dem Begriff "capacity building". Wie sich diese mögliche Vorgabe auf unsere zukünftigen Projekte auswirken wird, wurde nicht so ganz klar erkennbar. Seit 35 Jahren geschah es 2017 das erste Mal, dass ich nur einmal in Senegal war. Ich war sehr gespannt was mich erwarten würde, aber das war richtig schön. Die einheimischen Mitarbeiter sind so tüchtig, dass es keine größeren Probleme für mich zu lösen gab. Dazu kommt, dass engagierte Mitarbeiterinnen, Ursula Jung und Cordula Maier, mit ihren Gruppen 2017 zwei Mal nach Dakar geflogen waren, Cordula Eckenfels mir die finanziellen Dinge vor Ort abnimmt und Cristina Zelenac, unsere Hobbyfotografin, für Information und Wer-bung sorgt. Es wäre noch viel zu erzählen: von Ndianda, von Guityr, von den kleinen Projekten der Sandi-araschüler und von dem Lepradorf Peycouck, wo dringend zwei neue Klassenräume gebaut werden müssen. Aber ich denke, wir werden auch dafür eine Lösung finden. Die Sitzung unseres Partnervereins 2AS fand unter der Leitung des Vorsitzenden, des Botschafters a.D. Henri Antoine Turpin statt und beschäftigte sich vor allem mit den neuen Vorschriften für die in Senegal arbeitenden ONG's (Organisation non Gouvernementale) und welche Auswirkungen diese für den sSenegalhilfe-Verein möglicherweise haben werden. Zum Schluss danke ich Ihnen von Herzen für die vielfältige Hilfe, die wir in den vergangenen Jahren erfahren haben und die uns die Arbeit in Senegal möglich machte. Bitte bleiben Sie auch weiterhin an unserer Seite! Mit freundlichen Grüßen

Ihre 


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