Senegalhilfe-Verein e. V. 

 

Hauptstr.93

Fax 06306 - 2632

67705 Trippstadt

Tel. 06306 - 2917

Trippstadt im Juli 2010

 

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

über 200 Freunde haben mit uns am 24.April in Kaiserslautern das 25jährige Bestehen des Senegalhilfe-Vereins gefeiert. Viele haben übereinstimmend gesagt: es war ein schönes Fest mit interessanten Informationen und mit nachhaltigen Impulsen für die weitere Arbeit in Senegal. Dazu hat ganz besonders Prof. Dr. Wolfgang Huber, der ehemalige Berliner Bischof und frühere Ratsvorsitzende der EKD, mit seinem Festvortrag beigetragen. Kompetent in der Sache und menschlich fröhlich in seiner Art hat er Mut gemacht, mit unseren Projekten auch in Zukunft für die Entwicklung Senegals zu arbeiten. Was wäre aber unser Fest ohne die senegalesischen Freunde und Gäste gewesen! Botschafter Cheikh Sylla aus Berlin hat in seiner Rede das Wirken des Senegalhilfe-Vereins in seinem Land mit anerkennenden Worten gewürdigt, zur Überraschung seiner Zuhörer in deutscher Sprache. Große Beachtung fanden auch die Ansprachen der beiden Mitarbeiter, mit denen wir schon lange verbunden sind: Mamadou Fall, Direktor des Behindertenzentrums in Mbour und Mbaye Ly, Direktor des Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums Sandiara. Ein ehemaliger Schüler von Sandiara, Saliou Sene, der von Rudi Götz privat eingeladen wurde, hat seine Stimme mit der Tam-Tam erklingen lassen. Beim Abendessen und danach gab es viele Gespräche mit unseren Gästen.

Nur wenige Tage später habe ich mit Ute Keller, Bernd Rücker und Karlheinz Beck erneut die Reise nach Senegal angetreten. Bei dem traditionellen Mitarbeitertreffen, bei dem alle großen Projekte des Senegalhilfe-Vereins vertreten sind und über ihre Arbeit berichten, zeigte sich, wie stark Solidarität und Verantwortungsgefühl über das eigene Projekt hinaus geworden sind. Besonders beeindruckend fand ich die Frage, die unsere senegalesischen Freunde selbst in die Diskussion brachten, wie es denn in Zukunft mit der Arbeit weitergehen könne. Sie richteten die Frage nicht an den Senegalhilfe-Verein, sondern verbanden damit die Aufforderung an die Verantwortlichen in den Projekten, sich für eine selbstständige Entwicklung ihrer Arbeit einzusetzen. Wir waren glücklich, weil wir darin eine neue Denkrichtung sehen, die ja auch unserer Zielrichtung entspricht, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Erfreulich ist auch die Entwicklung der von uns gebauten und betreuten Kindergärten. Hier wird eine fruchtbare und pädagogische Arbeit geleistet, die der Bildung der Kinder dient und damit wichtige Grundlagen für die zukünftige Überwindung von Hunger und Armut legt. Zum ersten Mal hat Aladin Diouf, der Leiter der Vorschule in Guityr, an unserem Mitarbeitertreffen teilgenommen. Er ist sehr interessiert an dem Erfahrungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen und berichtet begeistert von seinem schönen Kindergarten in Guityr und den so zweckmäßig ausgestatteten Räumen.

Die Vorschule in Ndianda, die vor 5 Jahren eingeweiht wurde, hat sich inzwischen gut entwickelt. Der Leiter ist pädagogisch besonders tüchtig und darüber hinaus sehr engagiert. So kümmert er sich um notwendige Malerarbeiten und gewinnt dazu einige Väter. Schließlich hat er eine außergewöhnliche Idee. Er möchte auf dem großen Terrain der Vorschule einen Hühnerstall für 150 Hühner errichten, die er dann zum Verkauf anbietet. Der Erlös soll der Küche zu Gute kommen, die zwei Mal pro Woche für die Kinder ein Essen zubereitet. Nach reiflicher Überlegung haben wir die für den Aufbau einer Hühnerfarm notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt. Auch zahlenmäßig hat sich diese Vorschule enorm entwickelt. Die drei Gruppenräume sind bereits überfüllt. Auf längere Sicht wird der Bau weiterer Räume auf uns zu kommen.

Der Kindergarten in Gania-Bouggou, dessen Sanierung und Ausstattung der Senegalhilfe-Verein übernommen hat,  macht nur kleine Fortschritte. Vor allem fehlt es an einer ausreichenden finanziellen Unterstützung durch die Eltern. Lala, die Kindergartenleiterin, hat sich gut in ihre Aufgaben eingefunden. Die nebenberufliche Ausbildung hat in ihr erstaunliche Talente geweckt, die sie pädagogisch umsetzen kann und sie befähigen, zur Sauberkeit und zur Ordnung zu erziehen. Wir werden auch weiterhin mit Rat und Tat an ihrer Seite bleiben.  

Im Flüchtlingsdorf Louly-Ndia stehen wir vor der Erweiterung der Schule, die im Rahmen eines sechsklassigen Schulsystems erforderlich ist. Da der Staat bereit ist, eine zusätzliche Lehrerstelle zu schaffen, steht dem Baubeginn nichts mehr im Wege. Gleichzeitig müssen die vorhandenen Gebäude, zum Teil sehr umfangreich, renoviert werden. Dazu gehören auch die Lehrerwohnungen, die jeweils an die Klassengebäude angebaut sind. Die Schule in Louly-Ndia hat einen guten Ruf. Deshalb sind wir gerne bereit, uns mit unseren Mitteln zu engagieren.

Während unseres Aufenthaltes haben wir mehrere Male das Landwirtschaftliche Ausbildungszentrum in Sandiara besucht. Wir freuen uns, wenn wir unmittelbar vor Ort den Gemüseanbau, die Bullenmast und die Geflügelhaltung mit Hühnern, Puten und Perlhühnern beobachten können. Wir freuen uns auch, dass die 1000 Legehühner mit der Eierproduktion begonnen haben. Ebenso interessiert uns, die Schüler bei der Arbeit zu sehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Noch spannender ist die Frage, was aus den ehemaligen Schülern geworden ist, wenn sie nach der 9monatigen Ausbildung wieder in die heimische Landwirtschaft zurückgekehrt sind. Deshalb fahren wir immer wieder in die weit abgelegenen Gehöfte, um mit eigenen Augen zu sehen, wie die Entwicklung weitergegangen ist. So waren wir auch diese Mal wieder im Busch unterwegs und haben bei großer Hitze fünf Ehemalige besucht. Überall sind uns strahlende Gesichter begegnet. Aus zwei Bullen, die sie als Kleinprojekt bekamen, sind vier oder fünf Bullen geworden. Man spürt es: es geht aufwärts und es macht wieder Sinn in der Landwirtschaft zu bleiben. Zu diesen Erfolgen tragen sicher auch die guten Kontakte bei, die zwischen den ehemaligen Schülern und ihren ehemaligen Lehrern bestehen. Mit guten Gefühlen fahren wir wieder zurück durch eine karge, harte und doch so schöne Landschaft.

Neben allen praktischen Aufgaben in und mit den Projekten müssen wir auch die Zukunft planen. Deshalb haben wir vor einigen Jahren den senegalesischen Partnerverein „Hilfe für Senegal“ gegründet. Er macht vor allen Dingen Vorschläge für die Verwendung der Erträgnisse der Senegalhilfe-Stiftung und berät mit uns die weitere Entwicklung der Projekte. Auch diese Mal haben wir wieder eine gemeinsame Vorstandssitzung gehabt. Unter dem Vorsitz von General Keita, dem ehemaligen Botschafter in Bonn, hat der Verein neue Initiativen ergriffen, vor allem die größeren Projekte kennen zu lernen, dieses Mal die neue Vorschule in Guityr und das Landwirtschaftliche Ausbildungszentrum  Sandiara.

Zum Schluss bitte ich Sie auch weiterhin um Ihre Unterstützung unserer Arbeit in Senegal. Ohne Ihre Hilfe kann nichts gelingen! Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit – und vielleicht sehen wir uns ja am 30. September bei dem Benefizkonzert mit Professor Robert Leonardy in Kaiserslautern.

Mit freundlichen Grüßen

 

Konten des Senegalhilfe-Vereins e. V.   Hauptstr. 93  67705 Trippstadt 

Konto Nr. 1967  67- 676  Postbank  Ludwigshafen  BLZ 545 100 67

Konto Nr. 922 229   Kreissparkasse Kaiserslautern  BLZ 540 502 20       

Online:  http://www.Senegalhilfe-Verein.de

 

Information zur Senegalhilfe-Stiftung:

Das Stiftungskapital beträgt am 19. Februar 2010  circa   939. 300,00 Euro

Konto Nr. 222 77 Kreissparkasse Kaiserslautern  BLZ 540 502 20

Alle Spenden für die Stiftung werden im Sinne von Zustiftungen dem Stiftungskapital zugeführt.

 

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