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Senghor,
Léopold Sédar (*1906),
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erster Staatspräsident der
Republik Senegal (1960-1980), Lyriker und Intellektueller. Er wurde in Joal (Westsenegal)
geboren. Senghor studierte in Paris. 1935 nahm er eine Stelle als Lehrer in Tours an,
später arbeitete er ebenfalls als Lehrer in Paris. Im 2. Weltkrieg kämpfte er in
der französischen Armee und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft (1940-1943). Nach
seiner Wahl in den Generalrat des Senegal 1946 begann er, sich als Abgeordneter des
Senegals in der französischen Nationalversammlung (bis 1958) für die Unabhängigkeit des
Landes einzusetzen. Der Senegal erhielt als Föderation Mali 1959 seine Unabhängigkeit,
und Senghor wurde zum ersten Präsidenten gewählt (bis 1980). Nach einem 1962 versuchten
Staatsstreich von Ministerpräsident Mamadou Dia trat 1963 eine neue Verfassung mit
erweiterten Befugnissen des Präsidenten in Kraft. Aufgrund der Selbstbereicherung seiner
Regierung und seiner Günstlingswirtschaft wurde Senghors Regierungsstil heftig
kritisiert. In seiner Amtszeit schaltete er die politische Opposition immer wieder mit
oftmals illegalen Methoden aus. 1968 und 1973 gab es große Stundentendemonstrationen
gegen die Machtfülle des Präsidenten. Das Mehrparteiensystem wurde 1976 durch
Verfassungsergänzung eingeführt. In der Außenpolitik vertrat Senghor einen
prowestlichen, an französischen Interessen orientierten Kurs. Während seiner Amtszeit
erwarb er sich jedoch international hohes Ansehen als Schlichter von zwischen- und
innerstaatlichen Konflikten in Afrika und im Nahen Osten. Ende 1980 trat Senghor von
seinem Amt zurück. Zusammen mit den Schriftstellern Aimé Césaire und Léon Damas gilt er
als einer der bedeutendsten Vertreter der Négritude und plädierte für die Verbindung
europäischer und afrikanischer kultureller Werte. Sein erster Gedichtband mit dem Titel Chants
dombre (Schattenlieder) wurde 1945 veröffentlicht. Weitere Werke sind Hosties
noire (1948), Négritude und Humanismus (1964) und Liberté
(4 Bde., 1964-1983). 1968 wurde ihm der Friedenspreis des Börsenvereins des
Deutschen Buchhandels verliehen. 1983 wurde er als erster Schwarzafrikaner in die
Französische Akademie gewählt.
aus Encarta
Encyclopädie 1999 |
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Hier eine Auswahl
seiner Gedichte: "Doch wir sind die Menschen des
Tanzes......"
Gebet an die Masken
Masken' 0 Masken! Schwarze Maske, rote Maske, ihr schwarz-weißen Masken,
Masken in den vier Winden, aus denen der Geist weht,
Nein, Ich grüße Euch schweigend!
Und dich nicht zuletzt, mein löwenköpfiger Ahn.
Ihr hütet diesen jeglichem Frauenlachen. jedem vergänglichen Lächeln
Verschlossenen Ort.
Von euch kommt die Luft der Ewigkeit her in der ich die Luft der Väter atme.
Ihr Masken mit maskenlosen Gesichtern, frei von Grübchen und frei von Runzeln
Ihr habt dies Bildnis zusammengefügt, dies mein Gesicht das sich hinbeugt
Auf den Altar ans weißem Papier.
Zusammengefügt nach eurem Bilde, hört mich an!
Jetzt da das Afrika der Reiche dahin stirbt - es ist der Todeskampf einer Beklagenswerten
Fürstin
Gleich wie Europa dem wir verbunden sind durch den Nabel,
Richtet eure unbeweglichen Augen auf eure Kinder die man befehligt
Und die ihr Leben hingehen wie der Arme sein letztes Kleid
Dass wir einst hier rufen bei der Wiedergeburt der Welt
Als jene Hefe derer das weiße Mehl bedarf.
Denn wer sonst sollte die an Maschinen und an Kanonen gestorbene Welt den
Rhythmus lehren? Wer sollte denn sonst den Freudenschrei ausstoßen der Tote und
Waisen bei neuer Dämmerung weckt? Sagt wer gäbe denn sonst den Menschen
mit der zerfetzten Hoffnung das Lebensgedächtnis wieder
Sie nennen uns Menschen des Todes.
Doch sind wir die Menschen des Tanzes deren Füße mir Kraft gewinnen wenn sie
den harten Boden klopfen.
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Ansprache von General Mohamadou Keita, Botschafter Senegals
aus
Anlass der Festveranstaltung des Senegalhilfe Vereins e.V.
am Samstag, dem 20. März 1999 in Kaiserslautern
Die Förderung des Friedens zwischen den Ländern des Nordens und denen
des Südens im Sinne einer Ethik der Hilfe zur Entwicklung - beispielhaft verwirklicht in
den Projekten des Senegalhilfe-Vereins - Ist eine Botschaft der Solidarität und des
Humanismus, die es verdient, in ganz Deutschland gehört zu werden, Und da diese Botschaft
heute von der Poesie des Präsidenten Leopold Sedar Senghor begleitet wird, dem großen
Dichter afrikanischer Kultur, erhält diese Botschaft vor dem Hintergrund seines Denkens
und seiner Philosophie zweifellos eine universelle Tragweite und ist eingebettet in den
Dialog der Kulturen.
Da unser heutiges Treffen im protestantischen Gemeindezentrum 'Alte,
Eintracht' von Kaiserslautern so schönen und edlen Zielen gilt, sind besondere Grußworte
angebracht.
So geziemt es sich, zu Beginn den Autoritäten der Stadt und den
Verantwortlichen des Gemeindezentrums Dank zu sagen und den Mitgliedern, den Spendern und
der Präsidentin des Senegalhilfe Vereins für die Abhaltung dieser Festveranstaltung zu
danken. Seit 14 Jahren setzen Sie sich für die Mittellosen und Bedürftigen unseres
Landes ein, Wie man weiß, umfassen die Projekte des Senegalhilfe Vereins viele Bereiche:
Gesundheit der Mütter und Kinder, Kampf gegen die Armut, den
Analphabetismus und die Unterernährung, Beschaffung von Wasser, Erleichterung der Arbeit
der Frauen, die Verbesserung der Situation der Motorik-Behinderten und ihre soziale
Wiedereingliederung, Hilfe für die Mauretanien-Flüchtlinge.
All diese Maßnahmen, die im Einklang mit der betroffenen Bevölkerung
durchgeführt werden, entsprechen harmonisch dem Denken des Präsidenten Senghor, der
sagte:
'Der Mensch steht am Anfang und am Ende der Entwicklung.'
Ich möchte an dieser Stelle doch Frau Doris Racke, die Präsidentin es
Senegalhilfe-Vereins, besonders erwähnen wegen ihres Einsatzes, ihres Sachverstandes und
ihrer unzählige moralischen Qualitäten.
Dies alles bezeugt die so menschliche Partnerschaft in einer nicht staatlichen
Zusammenarbeit, wie sie zwischen Deutschland und dem Senegal besteht, im Rahmen einer
schönen, Jahrzehnte alten Freundschaft. Zugrunde liegen die Ideale einer Weit in Frieden,
der Respektierung der universellen Menschenrechte, des Kultes der Solidarität. Die
Menschen werden einander im Zeitalter der Globalisierung nur dann näherkommen, wenn sie
den moralischen Werten der Gerechtigkeit und des gegenseitigen Respektes verpflichtet sind
und der Politik des Gebens und des Nehmens, die dem Präsidenten Senghor so am Herzen lag.
Nur so wird eine friedliche Welt möglich.
Präsident Senghor liebte den Geist der Offenheit des deutschen Volkes
herauszustellen sowie seine großen Philosophen und Dichter. Er liebte es, auf die
Ähnlichkeit im Bereich der Sensibilität hinzuweisen, die zwischen Deutschen und den
Afrikanern besteht.
Anlässlich der Verleihung des Leopold-Lucas-Preises, der das Werk
eines Schriftstellers ehrte, der sich um die Völkerverständigung verdient gemacht hat,
beendete Präsident Senghor am 17. Mai 1983 seine Rede an der Universität Tübingen mit
folgenden Worten:
'Das wichtigste Problem für die Menschheit ist
heute, dass jeder Kontinent, jede Rasse oder Nation, jeder Mann und jede Frau sich endlich
der Revolution bewusst werde, die der Dialog der Kulturen darstellt, in welchem der
Verachtung des Anderen ein Ende gesetzt und Positives geleistet wird.'
Eine ähnliche Äußerung von Bundespräsident Roman Herzog am 13. Januar 99 in Berlin
vor dem diplomatischen Corps entspricht auch dem Tenor unserer heutigen Veranstaltung:
'Der Dialog der Kulturen erweist sich in meinen
Augen als ein Imperativ. Er spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei der Lösung von
Konflikten, er dient der Vertrauensbildung und damit der Sicherung des Friedens.'
Frieden, Entwicklung und Dialog der Kulturen gehören ganz sicher zu den größten
Herausforderungen des vor uns liegenden Jahrhunderts.
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