25 Jahre Senegalhilfe - Verein

 

 

Programm der Festveranstaltung zum 25jährigen Bestehen  des Senegalhilfe-Vereins e.V.

am 24. April 2010, 17 Uhr, im Prot. Gemeindezentrum Alte Eintracht, Kaiserslautern

 

- Triosonate D–Dur für Violine, Violincello und Basso continuo, Adagio, Allegro Jean–Marie Clair (1697 – 1764)

- Begrüßung Frau Doris Racké, Vorsitzende des Senegalhilfe – Vereins e.V.

- Tam Tam   Saliou Seck, ehemaliger Schüler von Sandiara

- Stimmen aus Senegal:   

   Botschafter der Republik Senegal in Berlin, M.Cheikh Sylla

   M.Mamadou Fall, Direktor des Behindertenzentrums in Mbour

   M.Mbaye Ly, Direktor des Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums in Sandiara

- Triosonate D–Dur für Violine, Violincello und Basso continuo, Sarabande, Allegro assai    Jean-Marie Claire (1697-1764)

- Festvortrag: Menschen in Afrika eine Zukunft geben – nach 25 Jahren neu herausgefordert   Bischof i.R. Professor Dr. Wolfgang Huber

-Trio F–Dur für Violine, Violincello und Basso continuo, Allegro, Soave, Presto       Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)

- Eintrag des Botschafters Cheikh Sylla in das Goldene Buch der Universitätsstadt Kaiserslautern, verbunden mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel

- Grußworte:  Kirchenpräsident Christian Schad, Speyer

                        1. Kreisbeigeordnete Gudrun Heß – Schmidt

                        Dekanin Angelika Keller, Kaiserslautern

- Schlusswort: Ursula Jung, stellvertretende Vorsitzende des Senegalhilfe-Vereins e.V.

- Choral:  Nun danket alle Gott

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Musikalische Gestaltung:  Dr. Hartmann Leube, Violine

                                             Dr. Sabine von Falkenhausen – Leube, Violincello

                                             Prof. Dr. Hartwig Weber, Cembalo

                                             Eberhard Cherdron, Viola da gamba

Moderation: Karl Heinrich Beck

Anschließend gemeinsames Abendessen im Großen Saal der  Alten Eintracht

 

 

Begrüßungsansprache von Frau Doris Racke´zum 25jährigen Jubiläum am 24.April 2010

17 Uhr in Kaiserslautern im Gemeindezentrum Alte Eintracht, Unionsstraße 4

 

Herr Botschafter,

Herr Kirchenpräsident Schad, Herr Prof. Huber

verehrte Gäste, liebe Freundinnen und Freunde des Senegalhilfe-Vereins,

 

Der Senegalhilfe-Verein e.V. feiert sein 25jähriges Jubiläum, und Sie alle sind in großer Zahl gekommen. Ich heiße Sie herzlich willkommen. Ich bin glücklich, dass ich die große Freude, die ich in dieser Stunde empfinde, mit Ihnen teilen darf.

Die meisten von Ihnen kommen aus der näheren Umgebung. Aber der Einzugsbereich des Senegalhilfe-Vereins geht weit über die Grenzen der Pfalz hinaus. Das beweisen die Freundinnen und Freunde, die eine weitere Reise auf sich genommen haben von Berlin und Bonn, von München und Frankfurt, Ludwigsburg, Karlsruhe, Wetzlar und Trier. Die größte Reise haben natürlich unsere Freunde aus Senegal zurückgelegt. Ich danke Ihnen allen, dass Sie die Einladung zum Geburtstagsfest des Senegalhilfe-Vereins  angenommen haben und damit auf besondere Weise Ihre Verbundenheit mit dem Senegalhilfe-Verein und seinen großen Aufgaben in einem wunderbaren Land des afrikanischen Kontinents zum Ausdruck bringen.

Es ist mir eine große Ehre, dass ich nun in unserer Mitte Seine Exzellenz, den Botschafter der Republik Senegal in Berlin, Herrn Cheikh Sylla, begrüßen darf. Wir haben immer großen Wert darauf gelegt, zu allen senegalesischen Botschaftern, früher noch in Bonn und jetzt in Berlin, gute Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Dass dies auf Gegenseitigkeit beruht, kommt unserer Sache zu Gute und erfüllt mich deshalb mit großer Freude. Es sind noch keine zwei Wochen her, sehr geehrter Herr Botschafter Sylla, dass wir uns in Berlin begegnet sind. Sie haben aus Anlass des 50. Geburtstages der Erlangung der Unabhängigkeit Senegals und der Gründung der Republik Senegal zu einem Empfang eingeladen. Sie haben in eindrucksvollen Worten über das Bekenntnis Ihres Landes zur Demokratie gesprochen. Nicht weniger beeindruckt hat uns aber auch, dass Sie ihre Rede in einem ausgezeichneten Deutsch gehalten haben. Und so werden Sie auch heute der erste senegalesische Botschafter sein, der zu uns in deutscher Sprache sprechen wird. Sie können schon im Voraus unseres großen Dankes gewiss sein.

Auch die Stadt Kaiserslautern weiß Ihre Anwesenheit zu schätzen. Herr Oberbürgermeister Dr. Weichel wird sich die Ehre geben, Sie nachher um den Eintrag in das Goldene Buch der Stadt zu bitten.

Meine Damen und Herren, ich bedauere sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass der ehemalige Botschafter Moussa Toure – viele von Ihnen haben ihn hier schon kennen gelernt – seinen Besuch aus verständlichen Gründen absagen musste. Er hat sich entschuldigt und mich gebeten, Ihnen allen seine besten Grüße und Wünsche zu übermitteln.

Umso mehr freue ich mich, dass drei Freunde aus Senegal zu uns gekommen sind:

Mamadou Fall, Direktor des Behindertenzentrums in Mbour,

Mbaye Ly, Direktor des Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums Sandiara

und Saliou Seck, ehemaliger Schüler von Sandiara, der durch seinen Freund und Förderer in Deutschland privat eingeladen wurde.

Nun von Senegal wieder zurück nach Deutschland!

Ich begrüße in unserer Mitte ganz herzlich den ehemaligen Berliner Bischof und Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrn Prof. Wolfgang Huber. Wir haben uns schon vor langer Zeit kennen gelernt, als ich noch Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland war. Im Jahr 2008 sind wir Ihnen in Sachen Entwicklungsdienst gleich zweimal in Berlin begegnet. Sie haben bei dem 40jährigen Jubiläum des Kirchlichen Entwicklungsdienstes die Festansprache und bei der Eröffnung der 50.Aktion „Brot für die Welt“ die Predigt gehalten. Herr Dekan Beck, der Organisator unserer heutigen Veranstaltung, und ich, waren uns schnell einig, Sie, verehrter Herr Bischof Huber, zu bitten, die Festansprache hier zu halten. Ende März 2009 ging die Einladung an Sie ab und innerhalb von 10 Tagen kam – ganz spontan – Ihre Zusage. Und nun sind wir sehr gespannt, mit welchen Gedanken Sie uns und unsere Arbeit in Senegal auf die Herausforderungen der Zukunft einstellen werden.

Mein herzlicher Gruß gilt nun Herrn Kirchenpräsident Schad aus Speyer. Ich freue mich, dass Sie an unserer Festveranstaltung teilnehmen und erinnere mich gerne an die guten Kontakte aus vergangenen Zeiten, als ich noch aktiv in der Landessynode, der Kirchenregierung und anderen Gremien der „Evangelischen Kirche der Pfalz – Prot. Landeskirche“ tätig war. Frau Oberkirchenrätin Kessel, die Finanzdezernentin des Landeskirchenrates, die schon lange mit dem Senegalhilfe-Verein verbunden ist, erfreut uns ebenfalls mit Ihrer Anwesenheit. Aber die Musik, wenn ich mich einmal so salopp ausdrücken darf, macht heute Herr Kirchenpräsident i.R. Eberhard Cherdron mit seinem Ensemble. Herzlichen Dank,  in den ich auch gleich die Hausherrin dieses schönen Gemeindezentrums, Frau Dekanin Keller, einschließe. Seit vielen Jahren sind Sie, liebe Frau Keller, mit großer Hilfsbereitschaft an unserer Seite und gewähren uns Ihre Gastfreundschaft.  

Liebe Freundinnen und Freunde, vielleicht denken manche von Ihnen: Ist das nicht ein bisschen zu viel Kirche? Natürlich ist der Senegalhilfe-Verein kein kirchlicher Verein. Aber es ist sicher kein Zufall, dass eine ganze Reihe engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enge Verbindungen zu den beiden großen Kirchen haben und auch dort mitarbeiten. Für mich persönlich kann ich nur sagen: Durch meine Mitarbeit auf den verschiedenen Ebenen meiner Kirche  habe ich Erfahrungen und Fähigkeiten erworben, die mir auch in meiner Arbeit für Senegal hilfreich sind, vor allem aber immer wieder zurückführen auf das, was Grund und Ziel unseres Lebens in dieser Welt ist.

Meine Damen und Herren, der Senegalhilfe-Verein hat seinen Sitz in Trippstadt und ich füge hinzu, was ich schon oft gesagt habe, in einem liebenswürdigen Dorf des Landkreises Kaiserslautern. Ich begrüße deshalb ganz herzlich die 1. Kreisbeigeordnete Frau Gudrun Heß-Schmidt, die in Vertretung von  Herrn Landrat Junker gekommen ist, und ebenso herzlich Herrn Leis, der in Vertretung von Herrn Verbandsbürgermeister Unold unter uns ist.

Ausdrücklich begrüßen  möchte ich die Vertreter folgender Institutionen:

Herrn Oberstudiendirektor Gerlach und Herrn Studiendirektor Herrgen vom Trifelsgymnasium Annweiler, Frau Elisabeth Kempf und Frau Annemarie Schlink vom Hungermarsch Gossersweiler, mein Gruß gilt den Vertretern des Missionswerkes „die Sternsinger“, des Kolpingwerkes  Kaiserslautern, des  Lions Clubs und der beiden Rotary-Clubs in Kaiserslautern und nicht zuletzt auch den Vertreter der Kreissparkasse Kaiserslautern. Ich danke Ihnen ausdrücklich und herzlich dafür, dass wir mit Ihrer Hilfe immer wieder rechnen konnten. Meine Damen und Herren, auch die Presse unterstützt unsere Arbeit durch Ihre Berichterstattung. Dafür bin ich sehr dankbar und freue mich, von der Rheinpfalz – Pfälzische Volkszeitung Herrn Schwitalla und Herrn Metzger, den Chefredakteur des Evangelischen Kirchenboten begrüßen zu dürfen.

„25 Jahre Senegalhilfe-Verein“ – das ist eigentlich eine kurze Zeit, aber doch fast ein Drittel meines Lebens. Die ersten Anfänge lagen schon vorher, im Sommer 1982, als ich mit meinem Mann und meinen Freunden Ursula und Gerhard Jung einen wunderschönen Urlaub in Senegal an der Atlantikküste machte. Aber wir entdeckten vor den Toren des Hotels eine ganz andere Welt: eindrucksvolle Landschaften, fröhliche Menschen in farbenprächtigen Gewändern, die doch nicht hinwegtäuschen können über die Armut, unter denen die meisten leiden. Der Besuch in einem Lepradorf konfrontiert uns mit dem Elend der vom Aussatz betroffenen Menschen. Und die vielen Kinder und Jugendliche – welche Schicksale und Zukunftsperspektiven werden sie haben? Wir bewundern die Frauen, die mit Mut und Ausdauer, aber auch mit viel Fantasie das Leben ihrer Familien zu erhalten suchen. Wie können wir in dieser Situation helfen? So fingen wir in den Anfangsjahren an, kofferweise Verbandsmaterial und Medikamente in die Lepradörfer Mballing und Peycouck zu bringen und auch einigen Krankenhäusern mit medizinischen. Geräten zu helfen. Aber schon bald wurde uns klar, dass wir mit unseren Mitteln und Möglichkeiten bald am Ende wären, wenn wir uns auf die humanitäre Hilfe beschränken würden. Wir haben erkannt, dass es nur dann einen Sinn hat, wenn wir die Empfänger unserer Hilfe in die Lage versetzen, sich selbst helfen zu können. Damit befinden wir uns bis zum heutigen Tag in Übereinstimmung mit der entwicklungspolitischen Zielsetzung, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Mit einem privaten Freundeskreis war diese Zielsetzung unserer Arbeit nicht zu erreichen.

So gründeten wir am 13. Februar 1985  in Hofstätten den Senegalhilfe-Verein e.V. und waren damit unter anderem auch in der Lage, Spendenbescheinigungen auszustellen. Ich freue mich sehr, dass von den Gründungsmitgliedern heute unter uns sind: Frau Astrid Diehl, Ursula Jung, mein Mann, und ich selbst. In großer Dankbarkeit gedenke ich der verstorbenen Gründungsmitglieder: Herr Gerhard Jung, der unermüdlich für unsere Arbeit zur Verfügung stand, Herr Joseph Krekeler, der ehemalige Oberbürgermeister von Pirmasens, und Herr Dr. Walter Reichhold aus Landau – er war der erste deutsche Botschafter in der noch jungen Republik Senegal.  Ihn verband noch lange Zeit bis in die Jahre des Ruhestandes eine tiefe Freundschaft mit Leopold Sedar Senghor. Mit großer Freude begrüße ich Frau Mila Reichhold, die trotz ihres biblischen Alters mit jugendlichem Schwung von Berlin hierher gekommen ist.

Der Verein war gegründet, aber nun mussten wir unsere Ziele definieren und Wege der praktischen Verwirklichung suchen. Für mich selbst war dabei wichtig, die Situation der Menschen vor Ort besser kennen zu lernen und ihre Mentalität zu verstehen. Zuhören, Fragen stellen und dann miteinander zu überlegen, was zu tun sei - das waren immer die ersten Schritte, bevor wir Projekte begonnen haben.

Zu einem der ersten Projekte kam es auf folgende Weise: Im Lepradorf Mballing fielen zahlreiche  Lehmhütten während einer heftigen Regenzeit zusammen. 32 neue Hütten aus Zementsteinen mussten gebaut werden. Unsere Spendenmittel reichten dazu nicht aus. Die ersten Versuche, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die Pläne zu gewinnen, waren zunächst deprimierend. Aber unsere Argumente und die Zähigkeit, mit der wir sie verfochten hatten, brachten dann doch den Durchbruch zur finanziellen Förderung und zur Anerkennung als Nichtregierungsorganisation. Bis heute haben wir für unsere Projekte aus Bundesmitteln rund 1,4 Millionen Euro erhalten. Ein Betrag für den wir sehr dankbar sind.

Und dann lernte ich Khady Guèye kennen, eine junge, sozial engagierte Frau, die selbst schwer behindert war. Sie setzte sich vor allem für körperlich behinderte junge Menschen ein. In vielen Gesprächen überzeugte sie mich mit ihren Ideen, und wir bauten das erste Behindertenzentrum in der Stadt Mbour. Zwei weitere folgten in den Städten Thiès und Tivaouane. Diese wurden nicht nur Begegnungsstätten für behinderte Menschen, sondern auch handwerkliche Ausbildungsstätten, denen sich Kindergärten, Hauswirtschaftsklassen, ambulante Krankenstationen anschlossen, in einem Fall auch ein Internat und eine orthopädische Abteilung mit Facharztversorgung, mit Krankengymnastik und einer orthopädietechnischen Werkstatt. Zu diesen Pilotprojekten kamen viele andere Projekte hinzu: Eine kleine Marmeladenfabrik, die von Frauen betrieben wird. Auf dem Bildungssektor entstanden viele Schulen und Kindergärten. Ein ganzes Dorf für Flüchtlinge aus Mauretanien wurde mit entsprechender Infrastruktur gebaut. Daneben das Landwirtschaftliche Ausbildungszentrum in Sandiara, das junge Menschen befähigen soll, in den kleinbäuerlichen Strukturen Gewinn bringend zu arbeiten, und zugleich vor der Landflucht bewahren soll. Und dann kamen die vielen Existenzgründungsprojekte in Form von kleinen Handwerksbetrieben, Kleinhandelsläden, Getränkekiosken und Internetcafés dazu. So zählen wir heute rund 140 kleinere und größere Projekte. Dabei verfolgen wir den Grundsatz, gerade die größeren Projekte nicht einfach schlüsselfertig zu übergeben, sondern auch danach in partnerschaftlicher Zusammenarbeit zur Verfügung zu stehen. Ein Projekt besonderer Art ist die Patenschaftsarbeit. Hier fördern Freunde in Deutschland durch regelmäßige Zuwendungen Schulausbildung, Berufsausbildung, medizinische Versorgung, die Beschaffung orthopädischer Hilfsmittel und Hilfen in Notfällen.

Meine Damen und Herren, wir wollen uns heute ermutigen lassen, den Weg in die Zukunft unter die Füße zu nehmen.  Wir können uns nicht ausruhen auf dem, was wir gestern geschaffen haben. So wie sich unsere Arbeit in Senegal Schritt für Schritt von Erfahrung zu Erfahrung entwickelt hat, werden wir auch in Zukunft offen bleiben für neue Wege. Wir sind bereit, uns neuen Herausforderungen zu stellen, soweit dies unsere persönlichen  Kräfte und die finanziellen Ressourcen zulassen. Aber schließlich ist es ja auch sinnvoll und gefordert, erfolgreiche Projekte weiter zu führen und weiter zu entwickeln. Die Behindertenzentren, das Flüchtlingsdorf Louly-Ndia, das Landwirtschaftliche Ausbildungszentrum in Sandiara, die Marmeladefabrik in Mbour brauchen bei größeren Investitionen unsere Hilfe. Aus diesem Grund haben wir vor 10 Jahren die Senegalhilfe-Stiftung gegründet. Es ist erstaunlich und verpflichtet zu großer Dankbarkeit, dass bis zur Stunde das Stiftungskapital auf rund 935.000,00 Euro angewachsen ist. Damit werden die größeren Projekte über den Tag hinaus finanziell abgesichert. Auch hier zeigt sich die große Solidarität, mit der viele Menschen nicht nur über den Senegalhilfe-Verein mit unserer Arbeit verbunden sind.

Meine Damen und Herren, ich bin mir immer wieder aufs Neue bewusst, dass unsere bisherige Arbeit in Senegal nur zu leisten war durch die aktive Mitarbeit derer, die mit mir zusammen die Lasten getragen haben. Es ist mir auch bewusst, dass es für alle Beteiligten nicht ganz leicht ist, bei aller Unterschiedlichkeit der Personen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Entscheidend ist aber immer der gemeinsame Wille, mitzuarbeiten an der Überwindung von Not und Elend in der Dritten Welt. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass so viele Freunde und Freundinnen bereit waren und bereit sind, ihre Kraft und Zeit, ihre Kenntnisse und Erfahrungen für die große gemeinsame Aufgabe in Senegal zur Verfügung zu stellen. Es ist beglückend, dass in den letzten Jahren regelmäßig auch aus den jüngeren Generationen Freundinnen und Freunde zu uns gestoßen sind, die an der Mitarbeit interessiert sind und zum Teil auch Verantwortung übernommen haben. Durch den Partnerverein „Aide pour le Senegal“, den wir vor 6 Jahren im Senegal gegründet haben sind auch dort neue Verantwortungsstrukturen entstanden. Damit werden Übergänge geschaffen, die für die Weiterentwicklung des Senegalhilfe-Vereins von entscheidender Bedeutung sind.

Mit diesem hoffnungsvollen Ausblick komme ich wieder in die Gegenwart dieser Stunde zurück und danke allen, die unser Zusammensein vorbereitet haben und mit Ihrer Hilfe zum guten Gelingen dieses Abends beitragen, wie zum Beispiel Herr Engel, der gute Geist der Alten Eintracht, und die Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Stammes Goten aus Kaiserslautern.

Ihnen allen meine Damen und Herren, sage ich noch einmal herzlichen Dank, dass Sie gekommen sind. Ich vertraue darauf, dass Sie auch in Zukunft unsere Arbeit in Senegal begleiten und fördern.

Übersetzung der Rede von Mr. FALL,

Direktor des Centre d’handicapés moteurs  in Mbour 

zum  25. Jubiläum des Senegalhilfe-Vereins  in Kaiserslautern

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, meine Damen und Herren,

 

anlässlich meiner Einladung zum 20. Geburtstag des Senegalhilfe-Vereins hatte ich Ihnen die Bilanz der Realisierungen Ihrer wichtigen Organisation vorgestellt. Jedoch versichere ich Ihnen, dass es nicht leicht ist, sie hier alle aufzuzählen, so außerordentlich groß ist die Liste.

In der Tat sind die Projekte des SHV zahlreich und betreffen mehrere Bereiche, von denen besonders zu erwähnen sind: der Bau von drei Zentren für körperbehinderte Menschen in Mbour, Thiès und Tivaoune und der Bau des Dorfes für Rückkehrer aus Mauretanien in Louly. Während diese Projekte am meisten ins Auge fallen, realisierte der SHV auch andere, deren Bedeutung man nicht immer gleich sehen kann.

Wenn man den Bereich der sozialen Wiedereingliederung betrachtet, so besteht eine Methode des SHV darin, körperbehinderten jungen Menschen die Rückkehr in ihre Herkunftsregion zu ermöglichen, nachdem sie ihre Ausbildung (Schneider, Schuster, Siebdrucker  u.a.) abgeschlossen oder eine Berufsausbildung im wirtschaftlichen Bereich erlangt haben, jeweils mit dem Ziel, für sich selbst aufkommen zu können.

Dies ist zu begrüßen, denn die ausgebildeten Jugendlichen nehmen heute aktiv Teil an der Entwicklung ihres Landes, indem sie unter anderem ihre Familie gegründet haben und ihren Eltern im täglichen Leben helfen.

Des Weiteren hat der SHV in den Zentren für körperbehinderte Menschen in Mbour, Thiès und Tivaoune ein System von Patenschaften eingerichtet, das in dieser Form  selten anzutreffen ist. Dieses Patenschaftssystem besteht darin, dass ein Teil des Geldes auf ein Sparkonto eingezahlt wird, das auf den Namen des Kindes eröffnet wurde. Dieses Geld soll ihm später dazu dienen, eine Ausbildung zu bezahlen oder anderweitig eine Existenzbasis zu gründen.

Wie ich bereits erwähnte, ist es nicht leicht, die Aktionen aufzuzählen, so zahlreich sind die Realisierungen des SHV, denn jedes Jahr kommen neue Projekte hinzu.

So wurden in den letzen Jahren Kindergärten geschaffen, in den Dörfern der ländlichen Regionen Ngueniene und Ndiaganiao im Département Mbour. Die Förderung von Kleinkindern ist eins der wichtigen Glieder in der Entwicklung eines Landes, denn die Änderung von Mentalitäten läuft über die Kinder, so wie es ein Sprichwort bei uns ausdrückt: „Sage mir, was für eine Jugend du hast und ich sage dir, was für ein Volk du sein wirst“.

Der Bau und die Ausstattung einer Entbindungsstation im Dorf Louly Ndia und der Kauf einer Hirsemühle für die Frauen des Dorfes Guityr sind die neuen Projekte, die SHV realisierte. Dies fügt sich auf nicht zu vernachlässigende Weise in die Millennium-Entwicklungsziele ein, denn es wird die Kindersterblichkeit reduziert, die Gesundheit der Mütter verbessert, die Chancengleichheit und die Autonomie von Frauen gefördert.

Ich könnte nicht schließen, ohne von der Schaffung eines Internetcafés im Zentrum von Mbour zu sprechen, das den Jugendlichen, die mit Behinderung leben, eine Einführung in Informatik sowie die Entdeckung des Internet ermöglicht.

Wir danken sehr herzlich allen Mitgliedern des SHV, der Stiftung und besonders der unermüdlichen Vorsitzenden Frau Doris Racké und ihrem Team, für alles, was sie für die körperbehinderten und benachteiligten Menschen des Senegal tun.

Nicht vergessen werden sollen auch die Partner des SHV und der deutsche Staat, die zum Erfolg aller dieser Projekte beigetragen haben.

Es lebe der SHV, es lebe die deutsch-senegalesische Zusammenarbeit!

Übersetzung der Rede von Mr. Mbaye Ly,

Direktors des CFRAS in Sandiara 

zum  25. Jubiläum des Senegalhilfe-Vereins  in  Kaiserslautern

Meine Damen und Herren,

werte Vorsitzende der NGO SHV, Frau Doris Racké

werte Mitglieder der NGO SHV, liebe Gäste,

danken wir zu allererst dem guten Gott dafür, dass er uns erlaubt hat, an diesem Tag hier sein zu können, um das 25-jahrige Bestehen der NGO SHV zu feiern.

Es ist mir eine große Freude sowie eine große Ehre, bei dieser Feier unter Ihnen zu sein, umso mehr als ich bereits zum 20-jährigen Jubiläum anwesend sein konnte.

Wenn die SHV heute ihr 25-Jähriges feiert, so konnte das Zentrum Sandiara im Januar sein 10-jähriges Bestehen feiern. 10 Jahre, in denen die SHV viele Anstrengungen unternommen hat, sowohl menschliche wie auch finanzielle, für die Entwicklung und die Unterhaltung der Infrastrukturen des Zentrums.

Tatsächlich startete das Zentrum seine Aktivitäten im November 1999, mit dem Ziel, benachteiligte Jugendliche aus dem Département Mbour  - und später auch von anderen Gegenden des Senegal -   in verschiedenen Methoden der Viehzucht und des Gemüse­anbaus auszubilden.

Am Ende ihrer Ausbildung, die 9 Monate dauert (von November bis Juli), sorgt das Zentrum dafür, dass sie wiedereingliedert werden, in einem der Tätigkeitsbereiche, die unterrichtet wurden und die sich die Praktikanten ausgesucht haben. Jeder Absolvent erhält am Ende der Ausbildung eine Bescheinigung. Bis heute hat das Zentrum 145 Praktikanten aus verschiedenen Ortschaften ausgebildet, davon 18 Mädchen.

Was die Aktivitäten zur Wiedereingliederung betrifft, so konnte das Zentrum, dank der Unterstützung durch die NGO SHV, 107 Kleinprojekte vor allem im Bereich der Bullenmast verwirklichen: jeder Praktikanten erhielt einen Stall und 2 Ochsen. Diese Projekte wurden auch im Bereich der Zucht von Fleischhühnern verwirklicht, und zwar durch den Bau von Hühnerställen mit Ausstattung und die Übergabe von Küken, Futter und Impfstoff.

Ich bin heute sehr stolz, Ihnen über die Aktionen der NOG SHV in unserem Zentrum zu berichten. Es begann mit einer Brunnenbohrung, einem Internat mit 15 Plätzen - inzwischen sind es 17, einem Klassensaal mit Büros, den Wohnungen für das Personal, einer modernen Küche, einem großer Hühnerstall und einem Stall für die Ochsen.

Im Lauf der Jahre und dank der Unterstützung von SHV haben wir drei Gebäude für Kaninchenzucht gebaut sowie zwei weitere Hühnerställe: einer für die Zucht von Fleischhühnern und einer für Truthähne und Perlhühner; einen Schlachthof für Großvieh und einen für Kleintiere; schließlich eine multifunktionelle Hütte für die Praktikanten.

Der NGO verdanken wir ebenfalls einen Wasserhochbehälter mit 70 m3 und eine Manufaktur für Geflügelfutter mit einer Kapazität von 1,5 Tonnen in 45 Minuten.

Dank dieser Realisierungen können wir feststellen: das CFRAS ist ein modernes und funktionelles Ausbildungszentrum.

Allerdings muss unterstrichen werden, dass durch die lehmige Bodenbeschaffenheit im Zentrum unsere verschiedenen Gebäude sehr gelitten haben, was uns praktisch jedes Jahr zu kostspieligen Instandsetzungsarbeiten zwingt. Dazu kommt, dass das Zentrum sein finanzielles Ziele, das ihm die Eigenständigkeit ermöglichen soll, immer noch nicht erreicht hat. Doch trotz aller dieser Probleme, die viele NGO’s hätten zurückweichen lassen, ist der SHV immer an unserer Seite geblieben, um uns zu unterstützen.

In Sandiara gibt es bestimmt viele Probleme. Aber dieses Zentrum, das der SHV ermöglicht hat, ist von sehr großem Nutzen für die benachteiligte Jugend meines Landes. Durch die Anhebung des Bildungsniveaus der Praktikanten und die finanzielle Hilfe zu ihrer Wiedereingliederung hat das Zentrum nicht nur ihre Lebensbedingungen in den Herkunftsdörfern verbessert, sondern auch die ihrer Familien. Aufgrund ihrer Ausbildung schaffen es einige unsrer Praktikanten sogar, Arbeit im landwirtschaftlichen Bereich zu finden. Wegen des guten Rufes unseres Zentrums erhalten wir derzeit bis zu 70 Bewerbungen junger Leute, welche die Ausbildung absolvieren möchten, während das Zentrum aber nur 17 Schüler aufnehmen kann.

Ich könnte diese Rede nicht beenden, ohne eine besondere Danksagung an die Gesamtheit der Spender zu richten, besonders an alle, die nicht in den Senegal kommen konnten und die Sandiara  - trotzt der Weltwirtschaftskrise -  weiterhin ihren Beistand gewährt haben.

Dank auch an die unermüdliche Vorsitzende der NGO, Frau Doris Racké, den Vorstand von SHV und an alle anderen Mitglieder, die jedes Jahr kommen, um mit uns die Schwierigkeiten, aber auch die Hitze des Senegal, zu durchleben.

Ich möchte auch der verstorbenen Mitglieder des SHV gedenken.

Vor allem wünsche ich dem SHV gute Gesundheit und langes Leben, damit er seine Mission der Hilfe für arme Bevölkerungen fortsetzen kann   und damit wir Gelegenheit haben werden, mit Ihnen, die heute hier versammelt sind, noch andere Geburtstage zu feiern.

Ich danke Ihnen.